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Nov 12 16:19

Emanuel Geibel - In der Ferne


0:53 minutes (857.48 KB)

Sag an, du wildes oft getäuschtes Herz,
Was sollen diese lauten Schläge nun?
Willst du nach so viel namenlosem Schmerz
Nicht endlich ruhn?

Die Jugend ist dahin, der Duft zerstob,
Die Rosenblüte fiel vom Lebensbaum;
Ach, was dich einst zu allen Himmeln hob,
Es war ein Traum.

Die Blüte fiel, mir blieb der scharfe Dorn,
Noch immer aus der Wunde quillt das Blut;
Es sind das Weh, die Sehnsucht und der Zorn
Mein einzig Gut.

Und dennoch, brächte man mir Lethe’s Flut
Und spräche: Trink, du sollst genesen sein,
Sollst fühlen, wie sanft Vergessen thut, – Ich sagte: Nein!

W

Okt 16 17:07

Emanuel Geibel - Antwort


0:43 minutes (690.55 KB)

Du fragst mich, liebe Kleine,
Warum ich sing’ und weine,
Du fragest, was mich schmerzt?
Ich habe den Lenz versäumet,
Ich habe die Jugend verträumet,
Ich habe die Liebe verscherzt.

Mir schwoll der Becher am Munde,
Ich hatte nicht Durst zur Stunde,
Ich ließ vorüber ihn gehn;
Mir winkt’ im grünen Laube
Granate, Feig’ und Traube,
Doch hab’ ich sie lassen stehn.

Und als nun kam der Abend,
Die Sonn’ im Glanz begrabend,
Da war mein Durst erwacht;
Aber der Becher der Wonnen,
Die Früchte waren zerronnen,
Und dunkelte rings die Nacht.

Die Welt hat mich verlassen;
Nun sing’

Okt 01 18:51

Emanuel Geibel - Nachruf


0:56 minutes (884.84 KB)

In diesen Zimmern hast du jüngst gewohnt,
Die Treppen hat dein schöner Fuß betreten,
Durch diese Wipfel schautest du den Mond
Und sahst den Sommer blühn auf diesen Beeten.

Und dort an jenem Fenster saßest du,
Und alter Zeit gedachtest du im Herzen,
Und dort entschliefst du, wenn zu tiefer Ruh
Dein Nachtgebet besprochen alle Schmerzen.

Ach, da du fortzogst, mußt’ es jedem sein,
Als ob der Engel dieses Hauses schiede;
Ich aber trat an deiner Statt herein,
Ein wilder Gast mit meinem wilden Liede.

Nun ist mir oft, als wüßten sie von dir
Und müßten reden, diese stummen

Sep 21 14:39

Emanuel Geibel - Hoffnung


0:50 minutes (789.84 KB)

Und dräut der Winter noch so sehr
Mit trotzigen Gebärden,
Und streut er Eis und Schnee umher,
Es muß d o c h Frühling werden.

Und drängen die Nebel noch so dicht
Sich vor den Blick der Sonne,
Sie wecket doch mit ihrem Licht
Einmal die Welt zur Wonne.

Blast nur ihr Stürme, blast mit Macht,
Mir soll darob nicht bangen,
Auf leisen Sohlen über Nacht
Kommt doch der Lenz gegangen.

Da wacht die Erde grünend auf,
Weiß nicht, wie ihr geschehen,
Und lacht in den sonnigen Himmel hinauf,
Und möchte vor Lust vergehen.

Sep 15 21:56

Emanuel Geibel - Fahr wohl


1:03 minutes (1018.55 KB)

Den letzten Becher bring’ ich dir,
Du schöner, fremder Strand!
Ach, bitter wird das Scheiden mir,
Als wär’s mein Heimatland.
Fahr wohl, fahr wohl! Im Segel ruht
Der Wind und treibt sein Spiel,
Und rauschend furcht die grüne Flut
Der Barke scharfer Kiel.

Die Sonne sinkt ins Inselmeer,
Die Luft glüht rosenrot –
Dort schimmert noch das Fenster her,
Wo sie mir Abschied bot.
Wie gern, wie gern, du holdes Kind,
Hätt’ ich bei dir gesäumt!

Sep 10 18:33

Emanuel Geibel - Meiden


0:34 minutes (530.91 KB)

Es schleicht ein zehrend Feuer
Durch mein Gebein;
Mein Schatt’ ist mir nicht treuer
Wie diese Pein.
Ich höre die Stunden ziehen
Trüben Gesichts;
Sie kommen, weilen, fliehen – Und ändern nichts.

Der Sommer kommt gegangen,
Mir ist’s wie Traum;
Am Busch Wildröslein hangen,
Ich acht’ es kaum.
Es schlagen die Nachtigallen
In Wald und Plan,
Laß schallen, laß verhallen!
Was geht’s mich an?

Ich fühle nur das eine
In meinem Sinn:
Daß ich von dir, du reine,
Geschieden bin.
Mein Schatt’ ist mir nicht treuer
Wie diese Pein;
Und zehrend schleicht das Feuer
Durch mein Gebe

Sep 08 22:57

Emanuel Geibel - Ermunterung


0:42 minutes (675.7 KB)

Blick um dich her!

Sep 07 21:14

Emanuel Geibel - Wolle keiner mich fragen


0:32 minutes (499.12 KB)

Wolle keiner mich fragen,
Warum mein Herz so schlägt.
Ich kann’s nicht fassen, nicht sagen,
Was mich bewegt.

Als wie im Träume schwanken
Trunken die Sinne mir,
Alle meine Gedanken
Sind nur bei dir.

Ich hab die Welt vergessen,
Seit ich dein Auge gesehn.
Ich möchte dich an mich pressen
Und still im Kuß vergehn.

Mein Leben möchte’ ich lassen
Um ein Lächeln von dir
Und du – ich kann’s nicht fassen,
Versagst es mir.

Ist’s Schicksal, ist’s dein Wille,
Du siehst mich nicht – Nun wein’ ich stille, stille,
Bis mir das Herz zerbricht.

Sep 05 21:02

Emanuel Geibel - Gute Nacht


1:50 minutes (1.7 MB)

Schon fängt es an zu dämmern,
Der Mond als Hirt erwacht
Und singt den Wolkenlämmern
Ein Lied zur guten Nacht;
Und wie er singt so leise,
Da dringt vom Sternenkreise
Der Schall ins Ohr mir sacht:
Schlafet in Ruh! schlafet in Ruh!
Vorüber der Tag und sein Schall;
Die Liebe Gottes deckt euch zu
Allüberall.

Nun suchen in den Zweigen
Ihr Nest die Vögelein,
Die Halm’ und Blumen neigen
Das Haupt im Mondenschein,
Und selbst des Mühlbachs Wellen
Lassen das wilde Schwellen
Und schlummern murmelnd ein.
Schlafet in Ruh! schlafet in Ruh!

Mai 30 14:56

Charlotte & Udo: Dunkel war’s, der Mond schien helle


0:31 minutes (480.91 KB)

Ein kleines Spottgedicht mehr oder weniger unbekannter Herkunft http://de.wikisource.org/wiki/Dunkel_war’s,_der_Mond_schien_helle

Mai 28 14:40

Charlotte & Udo: Entsetzlich


2:15 minutes (2.07 MB)

Eine Balade in zwei Teilen